Das "Leasing" ist eine moderne Form der Finanzierung, besonders der Industriefinanzierung. Unter Leasing versteht man die Vermietung von Investitionsg�tern, besonders von Industrieanlagen, wobei
die Mietzahlungen bei einem eventuellen sp�tere Kauf angerechnet werden k�nnen.<p> Fr�here Formen des Leasings lassen sich bis zu Aristoteles (350 v. Chr.) zur�ckverfolgen, der feststellte, dass "der Reichtum vielmehr im Gebrauch als im Eigentum besteht". Andere Autoren versuchen den Beweis anzutreten, dass schon Jahrtausende v. Chr. im Zweistromland von den Sumerern leasing�hnliche Gesch�fte gemacht wurden. In der "Neuzeit" wurde das Leasinggesch�ft in den USA
entwickelt und fand nicht nur Nachahmer in den USA, sondern auch in allen industrialisierten Staaten, die �ber ein marktwirtschaftliches System verf�gten. Die erste derartige Leasing-Gesellschaft der Welt war die 1952 in San Francisco/USA gegr�ndete United States Leasing Corporation. In Deutschland setzte sich das Leasing erst mit der 1962 gegr�ndete Deutsche Leasing GmbH durch.<p> Als eine der bedeutendsten Finanzinnovationen der letzten Jahrzehnte zeigt die Entwicklungskurve des
Leasings steil nach oben. Wurden in Deutschland 1992 noch j�hrlich Investitionen im Wert von �ber 56,5 Mrd. DM �ber Leasing finanziert, betrug das Volumen 1999 knapp 82,6 Mrd. DM. Dies entsprach 1992 = 10,4 % und 1999 = 14,8 % der gesamtwirtschaftlichen Investitionen (siehe Anhang 1-1). Im Jahr 2000 wird der deutsche Leasingmarkt nach Sch�tzungen um 4,5 % auf rund 86,5 Mrd. DM wachsen. Hiervon entfallen rund 70 Mrd. DM auf das Mobilien-Leasing.<p> Zum Vergleich: In den USA wurden
1992 mehr als ein Drittel (32,3 %) aller privat-wirtschaftlichen Investitionen in Mobilien durch Leasing finanziert. Dies entsprach einem absoluten Volumen von US-$ 121,7 Mrd. Nach Sch�tzungen werden im Jahr 2000 US-$ 260 Mrd. (31,7 %) aller Investitionen in Mobilien get�tigt (siehe Anhang 1-2).<p> Die Bedeutung und Attraktivit�t des Leasings liegt in bilanztechnischen Vorteilen. Neben steuerlichen Vorz�gen und Liquidit�tsvorteilen (pay-as-you-earn) spiegelt sich das
Finanzierungsleasing im Gegensatz zum fremdfinanzierten Kauf bei optimal konzipierten Off-Balance-Sheet-Finanzierungen weder nach deutschen noch nach International Accounting Standards und US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (IAS-/US-GAAP-Regeln) in der Bilanz des Leasingnehmers wider. <p> Dies ist f�r Shareholder-Value-orientierte und rasant wachsende Unternehmen sehr von Bedeutung Seit einiger Zeit besch�ftigt sich die Fachwelt aufgrund der Harmonisierung der
Rechnungslegung mit Fragen der Reformbed�rftigkeit und der Weiterentwicklung nationaler Rechnungslegungsgrunds�tze, wobei die international anerkannten Rechnungslegungsvorschriften, IAS und die US-GAAP, die bilanzrechtliche Diskussion in Deutschland beherrschen. Durch die Verabschiedung des neuen � 292 a HGB hat der deutsche Gesetzgeber dem Trend zur internationalen Bilanzierung Rechnung getragen und unda. das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz (KapAEG) vom 20.04.1998 verabschiedet. Dies
erm�glicht b�rsennotierten Gesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen, ihre Konzernabschl�sse nach international anerkannten Rechnungslegungsvorschriften aufzustellen. �hnliche Regelungen gibt es bereits in Belgien, Frankreich und Italien. Diese Regelung tritt aber 2004 au�er Kraft. Nach dem Willen der EU-Kommission werden bis zum Jahr 2005 die IAS f�r alle Unternehmen in Europa, die auf einem geregelten Markt notiert sind, vorgeschrieben sein.<p> |